Hier erfahren Sie, wie man den Untergrund vorbereitet und dann erfolgreich streicht.

Inhalt: 

1 Beutel färg i påse
 in Ihrem Wunschton

500 ml Wasser

rohes, kalt gepresstes Leinöl (siehe Angaben auf der Farbmischung)

Ökoeier (siehe Angaben auf der Farbmischung)

Grundierung

Mit der fertig gemischten Grundierungsfarbe können Sie auf jeder beliebigen Oberfläche, wie zum Beispiel auf Holz, Pappe, Tapete, Stoff, Lehmputz, Beton u.s.w. streichen. Waschen Sie vorher die Oberfläche, wenn sie sehr verschmutzt ist (beispielsweise mit einer Seifenlösung). Bitte wischen Sie nach dem Reinigen mit Seifenwasser die Fläche mit klarem Wasser nach.

Vermeiden Sie wenn möglich Spachtelmassen, Klebstoffe, Schellacke oder andere chemische Produkte. Diese verzögern oder verhindern im schlimmsten Fall die Oxidation (Trocknung) der Eitempera. Wenn die Oberfläche sehr uneben ist, können Sie ca. 200 g Kieselerde in die Grundierung mischen, um die Unebenheiten auszugleichen. Schleifen Sie die Oberfläche vorsichtig, wenn die Grundierung gehärtet ist.

Frisch gestrichene Acryl-/Dispersion- oder Latexfarbe (so genannte Farben auf Wasserbasis) im selben Raum können die Oxidation der Eitempera negativ beeinflussen. Bitte warten Sie nach neuen Anstrichen mit Acryl-/Dispersion- und Latexfarben oder Lacken mindestens 4 Wochen bevor Sie mit der Eitemperafarbe streichen. Auch umgedreht, sollten Sie mindestens eine Woche nach einem Anstrich mit Eitempera warten, bevor Sie mit den sogenannten Farben auf Wasserbasis im selben Raum streichen.

Holz

Sollten Sie neues Holz streichen wollen, sollten Sie die Oberfläche vorher feucht wischen und nach ca. 5-10 min direkt auf das feuchte Holz streichen. Das feuchte Holz nimmt die Farbe besser auf. Sollte das Holz bereits einen alten Farbanstrich haben, dann entfernen Sie alle losen Farbreste und sorgen für einen tragfähigen , sauberen Untergrund. Schützen Sie eventuell Ihre Augen und Atemwege, niemand weiß, welche gefährlichen Stoffe oder Schwermetalle in einem Altanstrich vorhanden sind.

Lassen Sie den Grundierungsanstrich ein paar Tage bei guter Luftzirkulation und bei genügend Tageslicht trocknen. Eventuelle raue Stellen können Sie mit Vorteil vorsichtig mit feinem Schleifpapier schleifen. 

Andere Untergründe

Stoff: Besprühen Sie den Stoff mit Wasser und warten ca. 5-10 min vor dem Streichen.
Gips: Bevor Sie Zement, Kalkputz oder Beton streichen, sollten Sie warten, bis diese einen ph-Wert von weniger als 9 haben.
Lehmputz: Einen Anstrich mit Eitempera auf Lehmputzflächen trägt man am besten wenige Tage nach den Putzarbeiten auf, wenn der Putz noch ein wenig feucht ist.

 

Streichen mit Eitempera von Av jord.

Sobald Ihr Grundierungsanstrich trocken und wischfest ist, können Sie den ersten Farbanstrich aufbringen. Rechnen Sie mit 2 Farbaufträge mit dem Farbton Ihrer Wahl (färg i påse). Sie sollten immer Grundieren, außer Sie wollen lasierend auf Holz streichen oder auf eine Wand, die bereits mit Eitempera von Av jord gestrichen wurde.

Streichen Sie mit leichter Hand. Tragen Sie die Farbe mit einem Modler (breiter und flacher Pinsel) auf und verteilen Sie die Farbe mit drei oder vier Pinselstrichen und arbeiten sich so vor. Arbeiten Sie nicht zu lange mit der Farbe, streichen Sie nur solange, wie die Farbe leicht aus dem Pinsel fließt.  Erst dann tauchen Sie den Pinsel wieder in die Farbe. Streichen Sie dann nur kurz und mit leichter Hand über die schon gestrichene Fläche. Mit dieser Arbeitsweise verhindern Sie sichtbaren Übergänge. Gehen Sie auch nicht auf bereits gestrichene Flächen zurück, diese Pinselstriche würden sichtbar auftrocknen. Arbeiten Sie zu lange mit der Farbe, zerstören Sie die empfindliche Emulsion und das Öl löst sich aus dem Gemisch. Sie würden eine stark glänzende Fläche erhalten.

Fließt die Farbe nicht richtig beim Streichen, dann können Sie die Farbe mit Wasser verdünnen. Versuchen Sie es zunächst mit 100 ml Wasser (auf einen Beutel Farbmischung gerechnet), wenn nötig geben Sie sparsam mehr hinzu. Wenn Sie die Farbe verdünnen, dann möglichst die Farbe für die gesamte Fläche gleichermaßen. Sonst könnte es durch den unterschiedlichen Farbauftrag zu Schattierungen kommen.

Die optimale Temperatur zum Streichen liegt zwischen 10-25 °C. Bei wärmeren Temperaturen verdampft das Wasser schneller und dann sollten Sie die Farbe unbedingt verdünnen.

Sollte Ihnen das Ergebnis zunächst zu unruhig erscheinen, dann korrigiert sich das meistens mit dem nächsten Auftrag. Wenn Sie trotzdem das Ergebnis beeinflussen möchten, dann tauchen Sie den benutzten Pinsel in ein wenig Wasser und überarbeiten Sie noch einmal die bereits gestrichene Fläche. (am Ende dieser Anleitung finden Sie ein Video, auf dem das Streichen nochmals gezeigt wird)

Trocknung

Die Farbe härtet durch den chemischen Prozess der Oxidation aus. Dieser unterteilt sich in drei Phasen. Die ersten Phase dauert nur wenige Minuten, hier verdunstet das Wasser. Die Farbe erscheint etwas dunkler als beim Auftragen, „schmierig“ und ist nicht wischfest. Nach der zweiten Phase färbt die Oberfläche nicht mehr ab und die unruhige Fleckigkeit verliert an Stärke.

Die zweite Phase der Oxidation dauert unter normalen Bedingungen 1-6 Tage. Die Zeit ist pigmentabhängig. Die dritte Phase der Oxidation macht die Farbe stärker und härter und dauert ca. 1-4 Monate.

Für eine gute und schnelle Trocknung/Aushärtung der Farbe, benötigt die Farbe viel Sauerstoff/eine gute Durchlüftung, die Raumtemperatur sollte zwischen 15 und 25 °C liegen und es sollte hell und nicht zu feucht im Raum sein.

Sorgen Sie für eine noch bessere Durchlüftung der Räume, wenn nach ca. 2-3 Tagen der Geruch vom aushärtenden Leinöl kräftiger wird und falls die Farbe nach 3-6 Tagen noch kreidet.

Bei sehr schlechten Trocknungsbedingungen unterbricht oder stoppt der Oxidationsprozess und die Farbschicht ist schadhaft/zerstört. 

Lassen Sie die Grundierungsfarbe ca. einen ½ - 1 Tag aushärten bevor Sie den ersten Farbanstrich auftragen. Dieser wiederum sollte gerne 1-4 Tage aushärten bevor Sie den letzten Farbanstrich auftragen. Sie können auch schon nach wenigen Stunden überstreichen. Je kürzer aber die Zeit zwischen den Farbaufträgen ist, desto mehr Malererfahrung ist erforderlich und um so höher ist der Farbverbrauch.

Polituren für dauerhafte Oberflächen

Um eine glänzendere und haltbarere Oberfläche zu erhalten, können Sie die fertig oxidierte Farboberfläche mit einer Polierbürste polieren.

Eine Gemüse- oder eine Kleiderbürste tut es auch.

Pinsel und Werkzeuge säubern

Die Reinigung der Pinsel sollte unmittelbar nach dem Streichen erfolgen, bevor die Farbe antrocknet. Reinigen Sie die Pinsel mit Marseiller oder einer anderen rückfettenden Seife. Durch die rückfettende Wirkung behalten die Borsten Ihre Elastizität und trocknen nicht aus. Die Pinsel müssen wirklich gut geseift werden, sonst verhärten und verkleben sich die Borstenhaare und brechen leichter. Alle anderen Werkzeuge und Behälter können mit Spülmittel gesäubert werden.

Die gestrichene Oberfläche

Eine korrekt gestrichene Fläche, mit Grundierung und den nötigen Trockenzeiten, kann über hundert Jahre alt werden. Mit der Zeit wird die Farbe glänzend wie Seide und transparenter. Obwohl die Erdpigmente das Bindemittel in der Farbe schützen, verwittert dieses trotzdem langsam. Nach einigen Jahren (ca. 5-25 Jahren) ist die Farbschicht so schwach geworden, dass die Oberfläche gereinigt werden sollte und ein neuer Farbauftrag notwendig ist.

Eine Eitemperafarbe, die nach der beschriebenen Anleitung und mit den Materialien von Av jord angefertigt wurde, reißt nicht oder platzt auch nicht ab. 

Bei Fragen zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. 

Flecken 

Auf einer unpolierten bemalten Oberfläche können sich auch einmal Flecken bilden. Kleinere Striche oder Flecke lassen sich in der Regel mit einem Radiergummi oder mit feinem Sandpapier schnell entfernen. Sollte das nicht helfen, lassen sich diese eventuell vorsichtig mit einem feuchten Schwamm und Spülmittel wegtupfen. Dabei kann es passieren, dass Sie mit dem Schwamm die Oberfläche leicht polieren. Wischen Sie dann vorsichtig die Fläche etwas großzügiger, so dass der Glanzunterschied zur übrigen Fläche nicht so stark auffällt. Noch ein Hinweis: Eine polierte Eitemperaoberfläche ist einfacher zu reinigen. 

Schwerwiegende Schäden 

Es ist schwieriger, Schäden an einer gestrichenen Oberfläche zu beheben, die vor vielen Jahren gestrichen wurde. Wenn Sie nach vielen Jahren Ihren Anstrich ausbessern wollen, dann sollten Sie einen zusätzlichen Beutel mit der Farbmischung kaufen. Dann können Sie sich sicher sein, dass Sie Ihren Anstrich originalgetreu ausbessern können und keine Farbunterschiede entstehen. Nur selten bekommt man ein Pigment von genau derselben Stelle, von wo es vor Jahren abgebaut wurde. Dadurch können kleine Unterschiede in den jeweiligen Nuancen entstehen.

Wenn Sie starke Schäden oder Kratzer auf der gestrichenen Fläche ausbessern wollen, dann sollten Sie diese Stellen abschleifen bis die Kratzer oder Vertiefungen verschwunden sind. Dann streichen Sie mit genau der Mischung, die Sie ursprünglich verwendet haben. Beachten Sie, dass sich der Farbton ganz natürlich während des Oxidationsprozesses verändert. Das heißt, selbst wenn der frische Anstrich ganz anders wirkt, nimmt er nach dem längeren Härteprozess doch noch die richtige Nuance an. Mit einem Schwamm können Sie die Farbe entlang der Kanten zum Originalanstrich ausstreichen, um einen fließenden Übergang zu erhalten. Waren die Kratzer/Schäden so tief, dass die Grundierung mit weggeschliffen wurde, dann sollten Sie die auszubessernde Stelle zuerst grundieren. Bei einer sehr großen Schadstelle empfiehlt es sich die ganze Fläche neu zu streichen.