Hier haben wir die häufigsten Fragen und unsere Antworten darauf zusammengestellt…

Kann man Leinölfarbe auf Altanstriche, wie Acryl-, Dispersionsfarben oder Alkydfarben auftragen?

Ja und nein. Leinölfarbe kann auf den meisten Altanstrichen haften, wenn diese gut angeschliffen worden sind.

Möchte man die gute Eindringtiefe und beste Haftung der Leinölfarben auf Holzuntergründen erreichen, dann gibt es keinen anderen Weg, als die Altanstriche komplett zu entfernen.

Da die Möglichkeiten zum Entfernen eines Altanstriches oft den Untergrund schädigen, tendieren wir doch immer wieder dazu einen Kompromis einzugehen. Das heißt weder dem Holz mit Heißluft- oder Hitzegeräten wichtige Harze zu entziehen, noch mit Lauge das Holz und später den Anstrich anzugreifen. Wir empfehlen den Untergrund gut vorzubereiten, Altanstriche gründlich zu schleifen, alle losen Farbschichten zu entfernen und damit einen tragenden festen Untergrund herzustellen. Dazu eignen sich Farbschaber von guter Qualität und Schleifpapier in unterschiedlichen Korngrößen.

Oft ist das ausreichend. Typisch finden Sie auf alten Holzoberflächen Leinölfarbe in den ersten Schichten, die späteren kunststoffhaltigen Anstriche sind das Problem. Diese sollten so dünn wie möglich geschliffen werden. Gibt es trotzdem Stellen mit gut sitzenden dicken Altanstrichen, die sich irgendwann lösen, dann kann man diese Stellen später ausbessern. Das wirkt im ersten Moment aufwendiger, aber so sind Sie sicher einen gesunden, tragenden Untergrund zu haben.

Warum trocknet die Leinölfarbe nicht?

Wahrscheinlich ist einer oder mehrere der unten genannten Probleme aufgetreten:

  1. Man hat die Leinölfarbe viel zu dick aufgetragen. Wenn die Farbe wie eine „Pfütze“ auf der Oberfläche steht/schwimmt, dann trocknet nur eine dünne hautartige Schicht auf der Oberfläche der Farbschicht. Bis unter diesen dünnen Schicht kann der notwendige Sauerstoff nicht durchdringen, die Leinölfarbe trocknet nicht oder nur sehr sehr langsam. Es bleibt keine andere Möglichkeit, als die zu dick aufgetragene Leinölfarbe abzuschaben und danach eine neue sehr dünne Schicht aufzutragen.
  2. Die Leinölfarbschicht hat nicht genug UV-Licht bekommen, wahrscheinlich weil der Gegenstand in einem zu dunklen Raum/Werkstatt gestrichen wurde. Stellen Sie den Gegenstand ins Tageslicht oder wenn das nicht möglich ist, besorgen Sie eine Tageslicht-, UV-Lampe und bestrahlen den Gegenstand für einige Stunden, dann härtet der Leinölanstrich bald aus.
  3. Der Pigmentanteil in der Farbe ist zu hoch und hemmt den Härteprozeß. Hier brauch man einfach viel Geduld.
  4. Das verwendete Leinöl in der Farbe enthält noch härtungshemmende Schleimstoffe von der Pressung, die nicht entfernt worden sind. Oder das Leinöl besteht aus Samen, die aus Regionen kommen, bei denen in den Flachssamen zu wenige trocknende Säuren gebildet werden. Die Qualität des verwendeten Bindemittels ist entscheidend.
  5. Der Gegenstand befindet sich in einem Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit, sehr niedriger Temperatur oder „stillstehender“ Luft. Physikalische Verhältnisse, die die Geschwindigkeit des chemischen Härtungsprozesses herabsetzen. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit kann sich zusätzlich eine Schimmelschicht auf dem Leinölanstrich bilden, bevor die Farbe komplett ausgehärtet ist.
  6. Leinölfarben brauchen genügend Sauerstoff und Tageslicht zum Aushärten. Temperatur nimmt auch entscheidend Einfluß auf den Trocknungsprozeß.

Wie lange dauert es, bis eine Leinölfarbe trocken/ausgehärtet ist?

Normalerweise ist eine Leinölfarbe nach Minimum 2 Tagen „staubtrocken“, abhängig von den in der vorherigen Frage geschilderten Umstände. Die Farbschicht ist jedoch nicht vor 14 Tagen durchgehärtet.

Trocknungsbeschleuniger/Sikkative verbessern die Trocknung. Sie bestehen aus verschiedene Stoffe z.B. Kobalt, Mangan oder Eisen, die die Sauerstoffaufnahme im Öl verbessern. Der Trocknungsprozeß wird damit nicht in der Länge verkürzt, sondern die Aktivierungszeit. Das heißt, die Farbe fängt eher chemisch Ketten zu bilden. Entscheidend für eine gute Trocknung bleibt trotz alledem eine gute Luftzirkulation und Tageslicht.

Die Leinölfarbe wird runzelig. Was ist passiert?

Die Leinölfarbe wurde zu dick und in zu kurzen Intervallen aufgetragen. Die Farbe konnte zwischen den Anstrichen nicht ordentlich aushärten.

Die weiße Leinölfarbe gilbt, was kann man tun?

Weiße Leinölfarbe wird immer in dunklen Räumen gilben und unter Lichteinwirkung wieder „ausbleichen“. Am deutlichsten kann man das auf Fensterbrettern beobachten auf denen Blumentöpfe stehen unter denen sich dunkle gelbliche Flecken gebildet haben. Entfernt man die Blumentöpfe verschwinden die dunklen Flecken nach kurzer Zeit unter Lichteinfluß von selber. Den leicht gelben Ton kann man durch einen optischen Trick minimieren, dazu fügt man der weißen Farbe einfach eine kleine Menge Pariserblau oder gebranntes Umbra hinzu. 

Sollte man kaltgepresstes Leinöl oder Leinölfirnis zum Anmischen einer Leinölfarbe verwenden?

Man kann beides verwenden. Traditionell wurden Leinölfarben mit Leinölfirnis hergestellt, da die Farbe dadurch robuster und glänzender wird und schneller aushärtet. Leinölfarbe angerührt mit kaltgepresstem Leinöl ist etwas poröser, weniger glänzend und langsamer aushärtend.

Ist Leinölfarbe eine Holzschutzfarbe?

Leinölfarbe kann man nicht mit einer Holzschutzfarbe vergleichen. Holzschutzfarben haben ganz andere Eigenschaften und werden anders angewendet. Mit „Holzschutz“ meint man typischerweise einen chemischen Holzschutz, also eine dünne Imprägnierungsflüssigkeit, die häufig Petroleum oder Terpentin enthält und mit pilzhemmenden Giftstoffen versehen ist. Oft enthält sie Alkydharze und etwas Farbstoff.

Verwendet man solche Holzschutzmittel muß man sich bewußt machen, dass die flüchtigen Inhaltstoffe in solchen Holzschutzmitteln die wasserabweisenden natürlichen Öle im Holz aus der Struktur herauslösen und das Holz nachhaltig schwächen.

Abgesehen davon können die pilz- und schimmelhemmenden Giftstoffe (Fungizide) nicht ins Holz eindringen und haben auf lange Sicht keinen schützenden Effekt. Dazu kommt, dass diese Fungizide sich mit der Zeit auswaschen und in Ihrem Grundwasser landen.

Leinöl enthält keine Lösemittel oder pilzhemmenden Giftstoffe und kann daher nicht mit Holzschutzmitteln verglichen werden. Aber Leinöl kann den Verlust der natürlichen Öle durch terpentinhaltige Holzschutzmittel kompensieren.

Ist Leinölfarbe umweltfreundlich?

Absolut! Leinöl ist zu 100% ein Naturprodukt, es ist zu 100% abbaubar, ungiftig und hat darüber hinaus eine äußerst gute Wirkung und Haltbarkeit im Verhältnis zu dem Anwendungsbereich für das es konzipiert wurde.

Was die Leinölfarbe betrifft, so ist die Frage nach der Umweltfreundlichkeit abhängig von den Zutaten, z.B. den Pigmenten, Sikkativen. Lösemittel und Konservierungsstoffe sind hier komplett unnötig.

Sikkative (Trocknungsbeschleuniger) sind nicht notwendig und Lösungsmittel erst recht nicht. Lösemittel sind in unseren Farbe nicht zu finden. Daher sehen wir von diesen Stoffen mal ab, bei der Bewertung zur Umweltfreundlichkeit von Leinölfarben.

Was die Pigmente betrifft, so sind sie komplett identisch zu den Pigmenten, die in anderen Farben verwendet werden. In diesem Punkt könnte man alle Farben gleichstellen.

Neuere Untersuchungen haben ergeben, das Leinöl und Leinölfarben unter dem natürlichen Aushärtungsprozeß eine Reihe flüchtiger organischer Verbindungen freisetzt. Die gleiche Abspaltung flüchtiger organischer Stoffe ist übrigens ein natürlicher Prozeß, auch von anderen oxidierenden Pflanzenölen mit denen wir hantieren, so z.B. Olivenöl und Sojaöl. Der Prozeß ist nach 7 Tagen abgeschlossen. Streicht man größere Flächen im Innenbereich sollte man daher für gute Durchlüftung sorgen.

Frage:

Ich möchte gern einen Tisch für meine Kinder mit eurer Farbe (Dodenkop) anstreichen. Weil ich nicht so erfahren bin, wollte ich mir die Fertigfarbe von euch bestellen. Da mir die Gesundheit meine Kinder sehr wichtig ist, wollte ich wissen, ob die Farbe wirklich ohne schädliche Inhaltsstoffe ist.

Antwort:

Weder das verwendete Leinöl, noch die Pigmentpaste sind giftig, also unbedenklich. Dodenkopp besteht aus synthetisch hergestellten Eisenoxiden, die ungiftig sind.
Der Fertigfarbe fügen wir Sikkativ hinzu, damit die Farbe auch gut trocknet. Sikkative sind lösemittelhaltig. Es wird nur eine sehr geringe Menge Sikkativ zur Farbe hinzugefügt (in der Regel 2%), damit ist die generelle Belastung der Farbe mit Lösemitteln sehr sehr gering.
Wir können auf Wunsch auch auf das Sikkativ verzichten. Damit wird die Trockenzeit der Farbe sehr viel länger und die Oberfläche bleibt länger "klebrig". Damit kann sich Staub auf der Fläche binden und das Schlußergebnis weniger zufrieden stellen. Aber generell ist das möglich. Wenn für viel Sauerstoffzufuhr, also einen gut durchlüfteten Raum gesorgt ist und der Tisch hell steht, trocknet die Farbe auch sehr gut.

Ich kann eigentlich mit guten Gewissen sagen, dass eine fertige Leinölfarbe von uns(auch mit Sikkativ) unbedenklich ist. 

Frage:

Kann man sich eine Leinölfarbe nicht einfach (aus Kostengründen) selber herstellen, indem man z.B. Pigmente kauft, diese im Handmörser zerkleinert und anschliessend im Supermarkt-Leinöl aufweicht?

Antwort: 

Theoretisch und auch praktisch ist es möglich so Leinölfarbe herzustellen, das sind ja die Bestandteile der Ölfarbe...etwas Leinöl und Pigment. Es gibt nur zwei Probleme. Erstens: Leinöl aus dem Supermarkt ist kein gereinigtes Öl, es enthält viele Schleimstoffe, gut für uns Menschen, schlecht für das Holz. Ist das Leinöl nicht frei von Schleimstoffen, dann bieten diese einen hervorragenden Nährboden für Schimmel und Algen. Das Leinöl, das wir verwenden um die Pasten herzustellen und das kaltgepresste Leinöl zum Anrühren der Farbe ist ein gefiltertes Öl. Beim Leinölfirnis, das gekochte Leinöl, setzen sich die Schleimstoffe schon beim Kochen ab. Hier ist das Problem noch geringer.
Ja und zweitens: wenn Pigment und Leinöl auf dem Dreiwalzenstuhl verrieben werden, dann geschieht das sehr gleichmäßig und man erhält eine sehr magere (geringerer Fettanteil) Farbe. Die Walzen routieren in unterschiedlicher Geschwindigkeit, dadurch werden die Farben sehr fein in ihrer Konsistenz.. Das Pigment wird zermalmt und gleichzeitig mit Öl gesättigt, dadurch erhält man eine längere Haltbarkeit der Farbe.
Man kann durchaus Pigment und Öl auf einer Steinplatte mit einem Läufer selbst verreiben, dass ist eine schöne, aber bei größeren Mengen auch sehr mühselige Arbeit und man wird nie so feine Ölfarbe erhalten wie beim Walzenstuhl.

Leinöl aus dem Supermarkt verrieben mit Pigmenten erscheint erstmal als eine interessante Alternative. Nur begünstigt das die Schimmelbildung auf ihrem Holz erheblich und die Farbe wird von geringerer Qualität und dadurch von geringerer Haltbarkeit sein.

Frage:

Ich möchte mein Gartenhaus aus Holz mit Eurer Farbe (grün) neu streichen. Muss ich die alte Farbe komplett vom Untergrund entfernen?
Und kann man bei der Entfernung der alten Farbe einen SpeedHeater benutzen?

Antwort:

Generell läßt sich Leinölfarbe auf die meisten Untergründe (alkalische Untergründe müssen vorher grundiert werden) streichen. Wichtig ist, dass die "alte" Farbschicht intakt ist und eine gute Haftung zum Untergrund hat. Wenn das nicht der Fall ist, müssen alle losen "Farbschollen/Farbschichten" entfernt werden. Denn die Leinölfarbe geht eine Bindung mit der alten Farbschicht ein und hält/haftet genauso gut wie diese.
Bevor mit Leinölfarbe gestrichen werden kann, muß der Untergrund von Schmutz und Fett befreit werden. Anschließend muß die Fläche gründlich geschliffen werden, dann geht die Leinölfarbe die beste Bindung zum Untergrund ein.
Vom SpeedHeater rate ich unbedingt ab...zum einen können die "älteren" Farbschichten Blei enthalten, die sehr giftig sind und somit in die Umwelt gelangen, zumal die sehr giftigen Bleidämpfe Sie gesundheitlich gefährden.
Zum anderen beschädigt die starke Wärme das Holz dauerhaft. Es entzieht dem Holz vitales Harz und Öle.

Als Tipp...der erste Leinölfarbenanstrich auf bemalte Untergründe sollte "mager" sein, d.h. ca. 70% Farbpaste und 30% Leinöl- oder Leinölfirnis. Dieser erste Anstrich läßt sich getrocknet gut schleifen. Bei den darauffolgenden Anstrichen sollte sich der Ölanteil immer weiter erhöhen (2.Anstrich 60% Farbpaste zu 40% Leinölfirnis; 3. Anstrich 50% Farbpaste zu 50% Leinölfirnis). So entstehen keine Spannungen zwischen den Schichten.

Frage:

Danke für Eure schönen Farben, mit denen ich schon mehreren alten Möbeln zu einer neuen Karriere verholfen habe. Nun muss ich einen Fehler gemacht haben. Beim dritten Anstrich 50% Farbe/50% Leinölfirnis ist der Glanz verloren gegangen. Die Farbe hat gedeckt, wirkt aber stumpf. Da ich nur ganz wenig Farbe brauchte, habe ich auf das Sikkativ ganz verzichtet. Ich hoffe, ich bekomme von Euch einen wertvollen Tipp, wie ich das ausbessern kann.

Antwort:

Nach einem Fehler klingt das für mich nicht. Wenn die Oberfläche stumpf im Glanz erscheint, deutet das eher darauf hin, daß der Untergrund noch zuviel Öl saugt. Ich würde empfehlen die Fläche erneut zu streichen und dafür wieder Leinölfirnis zu verwenden. Der erscheint insgesamt glänzender als kaltgepresstes Leinöl. Auf Sikkativ zu verzichten kann eventuell dazu führen, daß die Fläche länger braucht zu trocknen. Wenn das bei diesem Anstrich kein Problem war, dann ist das ein zusätzliches Indiz dafür, daß der Untergrund noch Öl saugt.

Ist der Glanz nach diesem Anstrich immer noch zu stumpf, kann man der Farbe Tonkinlack beifügen. Tonkinlack ist ein Gemisch aus Leinöl und chinesischem Holzöl. Er ist sehr elastisch und sehr abbriebfest (gut für eine sehr beanspruchte Fläche) und gibt der Oberfläche einen sehr schönen Glanz.

Frage:

Die alte Farbe des Tisches habe ich etwas angeschliffen. Ich habe das Chromoxidgrün bei euch gekauft.
Meine Frage lautet: Wie lange muss die Farbe trocknen, damit ich den Tisch nutzen kann oder sollte ich einen Lack darüber streichen, um die Oberfläche vor Kratzern zu schützen? Wenn ja, welchen Lack muss ich dann nehmen? 

Antwort:

Da die Oberfläche angeschliffen wurde, kann das Leinöl sehr gut eindringen und die Trocknungseigenschaften können sich dadurch besser entfalten. Man sagt als Daumenregel, dass mit Leinöl gestrichene Flächen nach 2 Tagen "staubtrocken" sind. Mit jedem Tag, der dazu kommt, härtet die Malschicht mehr aus. Leinöl bleibt aber in der Anfangszeit eher weich und daher sollte die Fläche nicht stark beansprucht werden. Um eine "härtere" Malschicht zu erhalten, empfiehlt sich mit Leinölfirnis zu streichen. Leinölfirnis ist gekochtes Leinöl, dass schneller trocknet, also schneller härtet. Der Glanz ist auch etwas höher als bei kaltgepressten Leinöl, was an der "dichteren" Malschicht liegt.

Soll der Tisch schnell "kratzfest" sein, dann gibt es noch eine andere Möglichkeit. Dem letzten Anstrich kann man Tonkinlack hinzufügen, der bildet eine robuste, abriebfeste Oberfläche. Er erhöht aber auch deutlich den Glanz. 

 

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