Tonkinlack

Tonkinlack ist und bleibt (auch über viele Jahre hinweg) ein elastisches und abriebfestes Ölgemisch.

Le Tonkinois - Ein lackähnliches Ölgemisch für stark beanspruchte Flächen

Tonkinlack bzw. Tungöllack ist ein Ölgemisch mit lackähnlichen Eigenschaften, das ideal für Flächen ist, die starken Beanspruchungen ausgesetzt sind. Le Tonkinois wurde ursprünglich als Bootslack in Frankreich entwickelt, hat sich aber durch seine guten Eigenschaften auch in anderen Bereichen durchgesetzt. Tonkinlack dringt in den Untergrund ein und stellt damit eine gute Bindung zum Untergrund her. Auf der Oberfläche bildet er einen elastischen Film, der den natürlichen Bewegungen des Holzes folgen kann. Er bildet eine abriebfeste, trittfeste und langlebige Oberfläche, die sich leicht reinigen lässt.

Leinöl an sich, auch das gekochte Leinöl, bleibt verhältnismäßig weich. Sucht man nach einem Material, das abrieb- und stoßfest  ist, dann empfiehlt sich Tonkinlack von Le Tonkinois. Tonkinlack besteht aus einem Gemisch von raffiniertem Leinöl und dem chinesischen Tungöl. Tungöl, auch chinesisches Holzöl genannt, verleiht Leinöl eine besonders gute Haltbarkeit. Tungöl ist ein Pflanzenöl, das durch Auspressen der Samen des Tung- oder Abrasinbaumes gewonnen wird. Dieses Öl oxidiert ähnlich wie Leinöl, härtet aber schneller und bildet eine eher harzartige, harte Oberfläche. Kombiniert man Leinöl und Tungöl miteinander erhöhen sich Glanz und die Abriebfestigkeit. Es bewahrt die Natürlichkeit und warme Ausstrahlung des Holzes. Bei hellen Holzarten sollte man beachten, dass die goldgelbe Eigenfarbe vom Tonkinlack das helle Holz deutlich im Aussehen verändert. Le Tonkinois ist  lichtecht und einfach in der Anwendung. Es ist frei von aromatischen, ätherischen, chlorierten Lösungsmitteln, beinhaltet aber als Verdünnungsmittel Waschbenzin. Insgesamt ist Tonkinlack im Vergleich zu anderen Lackprodukten allergenarm und belastet ausgehärtet daher nicht das Innenklima. Anstriche mit Tonkinlack haben ein glänzendes Finish, das Glanzniveau läßt sich aber einfach durch Anschleifen mit sehr feinkörnige Schleifpapier justieren. Aber auch durch Zusatz des Mattierungsmittels Gelomat erhält ein Anstrich mit Tonkinlack einen seidenmatten oder matten Glanz. Tonkinlack hat sich bewährt als Holzschutz, Boden- und Schiffslack, eignet sich aber auch hervorragend als Überzugslack für Metalle.

Wir raten davon ab, Tonkinlack im Außenbereich anzuwenden. Hier ist er zu pflegebedürftig. Gerade unpigmentiert hält er der hohen UV-Belastung nicht stand. Im Außenbereich man muss mit einer jährlichen  Auffrischung rechnen.

Tonkinlack lässt sich gut mit unseren Pasten einfärben, dadurch haben Sie eine breitere Auswahl an Möglichkeiten mit Le Tonkinois zu arbeiten.

 

Verarbeitung von Tonkinlack / Le Tonkinois:

Die zu behandelnde Fläche sollte mit Sandpapier Korn 100 vorgeschliffen werden. Tonkinlack sollte mit einem robusten Borstenpinsel, den Sie auch in unserem Shop finden, auf die staub- und fettfreie Oberfläche in dünnen Schichten aufgetragen werden. Für eine leichtere Verarbeitung kann man den Lack mit Vorteil in einem Wasserbad erwärmen. Dadurch lässt sich der Tonkinlack wesentlich dünner auftragen. Bei zu dickem Auftrag kann der Lack Bläßchen bilden. Das im Tonkinlack enthaltene Waschbenzin verflüchtigt sich während des Trocknungsprozesses. Bei zu dicken Schichten verhindert die schnell gebildete Haut auf der Oberfläche ein Verflüchtigen des Waschbenzins aus der unteren Lage. Bläßchen bilden sich.

Der Schichtenaufbau sollte immer auf bereits gut durchgehärtete Anstriche erfolgen. Die Oberfläche kann mit Sandpapier (Korn 300-400) vorsichtig zwischen den Arbeitsgängen angeschliffen werden.

Bitte vermeiden Sie die Beanspruchung der gestrichenen Fläche in den ersten 48 Stunden nach dem Auftrag.

Metalloberflächen sollten mit mindestens vier Anstrichen Tonkinlack behandelt werden. Bei Metall ist kein Zwischenschliff mit Sandpapier nötig.

 

Eigenschaften von Tonkinlack / Le Tonkinois 

Tonkinlack ist und bleibt (auch über viele Jahre hinweg) ein elastisches und abriebfestes Ölgemisch.

Le Tonkinois hat eine Reichweite von ungefähr 20m² pro Liter.

Um den Glanz zu reduzieren, um eine matte Oberfläche zu bekommen, kann man mit sehr feinem Sandpapier die Oberfläche anschleifen.Diese Herangehensweise ist simpel und nachhaltiger. Eine Justierung des Glanzes erreicht man aber auch durch den Zusatz von Gelomat. Gelomat ist ein lösemittelhaltiges Mattierungsmittel.

Hinweise nach einem Anstrich mit Tonkinlack:

Hinweis: Der Tonkinlack bildet auf der Oberfläche in der Dose eine Haut. Ein kleiner Tipp, stellen Sie die angebrochene Dose nach Gebrauch „auf den Kopf“. Die Hautbildung lässt sich nicht verhindern, ist dann aber auf dem Boden des Behälters und das umständliche Entfernen der Haut entfällt.

Die Pinsel sollten erst mit Terpentin, dann mit Wasser und Seife gereinigt werden. 

WICHTIG: IN ÖL GETRÄNKTE LAPPEN SIND SELBSTENTZÜNDLICH!

 

Verwendung von Gelomat als Mattierungsmittel:

Gelomat wird zu Öl- und Lackanstrichen hinzugefügt, um dem Anstrich einen matten oder satinierten Glanz zu verleihen. Gelomat wird vor dem Auftragen der Anstrichfarbe durch einfaches Vermischen mit der Farbe oder dem Lack homogenisiert. Sie können verschiedene Mattigkeitsstufen erzielen, sehr matt und satiniert. Wichtig! Gelomat sollte nur im letzten Anstrich verwendet werden.

sehr matter Lackfilm: Gelomat und Lack zu jeweils gleichen Teilen miteinander vermischen.

satinierter Film/ Lack, halbmatt: 1/3 Gelomat mit 2/3 Lack vermischen.

Bei Anstrichfarben wird die Mattigkeit der Farbhaut mit wesentlich geringeren Mengen erzielt. Verwenden Sie jeweils die Hälfte der für den Lack angegebenen Mengen.

Da Gelomat ein entzündliches Produkt ist, muss die angebrochene Dose nach jeder Benutzung wieder fest verschlossen werden. Sie darf nicht in der Nähe von Wärmequellen aufbewahrt werden. Trotz seiner gelartigen Konsistenz verflüssigt Gelomat die Anstrichfarbe oder den Lack, sodass diese Produkte beim Gebrauch nicht verdünnt werden müssen. Das Vermischen der Anstrichfarben oder Lacke mit Gelomat bedeutet nicht, dass weniger Schichten aufgetragen werden müssen als sonst, um einen zufriedenstellenden Deckanstrich zu erzielen.

 

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