Leinölfarbe

Leinölfarben bestehen aus Leinöl und Pigment. Sie sind ein reines Naturprodukt. Unsere Leinölfarben eignen sich für den Innen- und Aussenbereich. Sie sind diffusionsoffen, elastisch, farbintensiv und sehr ergiebig.

 

Vor dem Pinselwaschen, sollten Sie die überschüssige Farbe immer gut ausstreichen. Tauchen Sie den Pinsel in die Seife ein und tunken Sie ihn einige Male um die Seife überall hin zu verteilen. Unter warmem Wasser schäumen Sie die Seife gründlich auf. Ich mache das immer in mein Handinnenfläche. Ich arbeite die Seife immer wieder in die Pinselhaare ein. Schauen Sie, dass sie die Farbe auch am Zwingenende auswaschen. Hier setzt sie sich schnell fest und lässt die Haare steif werden und brechen lassen.

Leinölseife gehört zu den rückfettenden Schmierseifen und diese Wirkung machen wir uns zum Nutze beim Reinigen der Borstenpinsel, die ja aus Naturhaar sind. Denn so trocknen die Haare nicht aus und brechen deshalb nicht beim Streichen ab. Da Leinölseife ganz klar mit Leinöl verwandt ist, lassen sich Pinsel, die Leinölfarbe gestrichen haben besonders gut reinigen. 

Gerade Terpentin oder Terpentinersatz, setzt den Borstenpinsel stark zu. Und oft stellt die Entsorgung ein Problem dar. Mit der Leinölseife, die auch Ihre Hände pflegt, haben Sie hier eine sehr gute und effektive Alternative. Sie können damit übrigens auch gut Holzoberflächen reinigen, ihr Bad, Fliesen, Steine und auch leichter Flugrost lässt sich damit entfernen.

Waschen sie den Pinsel so lange bis die Seife sauber weiß schäumt. Selbst bei weißer Farbe, werden Sie den klaren Unterschied sehen. 

Haben Sie eingetrocknete Pinsel, dann kann auch hier die Leinölseife Wunder bewirken. Lassen Sie die Pinsel einige Tage in der puren Leinölseife stehen und einwirken. Mit viel Geduld lassen sich die schlimmsten Pinsel retten.

Spülen Sie am Ende den Pinsel noch einmal gründlich mit klarem, warmem Wasser aus. Schlagen Sie dann das Wasser aus dem Pinsel und legen ihn zum Trocknen. 

Unser Anwendungsvideo über die Reinigung von Pinseln mit Leinölseife

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In unserer neuen Eigentumswohnung gab es bereits eine Leicht-Kueche von 1974 die wir gern behalten wollten. Die Ausführung in lackierter Eiche bzw. Eichenfurnier gefiel uns aber nicht. Wir wollen einen dunklen, matten Look der zur Kupferesse passt, aber die Maserung nicht überdeckt.  

ursprüngliche Küche
ursprüngliche Küche

Farbtest

Farbtest
Farbtest

Wir konnten uns erst nicht für eine Farbe entscheiden, daher haben wir Katrin mit mit einer abgeschliffenen Schranktür in die Werkstatt von Reine Leinölfarben besucht um verschiedene Farbtöne auszuprobieren. Katrin hat den Farbtest mit blauen, violetten und schwarzen Möbelölen gemacht. Dafür trug sie über mehrere Tage verteilt drei Schichten Öl auf der Rückseite der Schranktür auf. Nach dem Trocknen gab es aber bei allen Farbtests einen unschönen Braunstich, da Eiche ein sehr gelbes Holz ist. Wir sind daher auf Leinölfarbe umgestiegen. Hier gefiel uns Staubschwarz am besten.

 

Vorbereitung

Wir haben Schranktüren und Griffe von allen Seiten gründlich abgeschliffen. Anschließend haben wir den Staub gründlich abgesaugt und die Türen zweimal mit einem feuchten, sauberen Lappen abgewischt und trocknen lassen. 

Streichen

Küche streichen
Küche streichen

Wir haben die Holztüren kurz vor dem Streichen mit einem nebelfeuchten Lappen abgewischt damit sich die Fasern aufstellen und die Farbe besser annehmen - ein Tipp von Katrin. Zum Streichen verwendeten wir einen Flachpinsel aus reinen Schweineborsten, mit dem die Farbe dünn aber gründlich ins Holz massiert wurde. Die Farbe hat eine tolle Konsistenz und war leicht zu verabreiten. Weil das Furnier nicht viel Farbe aufsaugte und wir ohnehin eine sichtbare Maserung wollten haben wir die Türen nur einmal gestrichen. Der Farbauftrag soll zwar dünn sein, aber an einigen Stellen mussten wir nachjustieren weil wir etwas zu geizig waren. Mit einem Strahler haben wir das Holz nach zu dünn gestrichene Stellen abgesucht. Nach der Antrocknungszeit haben wir glänzende Stellen mit einem Lappen entfernt damit keine klebrigen Flecken bleiben. Pinsel, Hände und Farbflecken in der Kleidung konnten wir mühelos mit der duftenden Leinölseife reinigen. 

Wie sich die Leinölfarbe im Alltag bewährt

Wir sind jetzt schon über ein Jahr total glücklich mit unseren staubschwarzen Schränken. Wir haben ein halbes Jahr später einige neue Türen für den Kühlschrank anfertigen lassen und diese mit der gleichen Farbe gestrichen. Den Unterschied zwischen alt und neu sieht man nicht. Bei den Türgriffen haben wir allerdings geschlampt und nicht sorgfältig genug geschliffen. An häufig genutzten Griffen reibt die Farbe daher ab. Es lohnt sich also von Anfang an gründlich zu sein.

Auf dem matten, dunklen Hintergrund sieht man natürlich gelegentlich Flecken wenn man beim Kochen kleckert. Aber die Farbe hat sich als robust und pflegeleicht erwiesen.

Die Arbeiten sind abgeschlossen
Die Arbeiten sind abgeschlossen

Produkte

Leinölfarbe in staubschwarz

Flachpinsel aus reinen Schweineborsten

Leinölseife

Handschuhe

 

Leinölfarben als idealer Holzschutz 

Farben auf Leinölbasis wurden jahrhundertelang angewendet und haben sich durch ihre positiven Eigenschaften bewährt. Leinölfarben sind natürlich, einfach in der Zusammensetzung, umweltverträglich und nachhaltig.

Sie sind diffusionsoffen und verhindern damit, dass das Holz unter dem Anstrich ungesehen verrottet. Die meisten Leinölfarben sind wetterbeständig. Das Bindemittel Leinöl hat eine geringe Molekülgröße und dringt deshalb problemlos tief in den Untergrund ein. Verglichen mit anderen Bindemitteln ermöglicht das Leinöl die bestmögliche Haftung der Farbe auf dem Untergrund. Da Leinöl chemisch trocknet/härtet, nimmt es an Volumen zu.  Die Poren werden vom Leinöl besetzt und verschlossen. Wasser kann daher nicht mehr in das Holz eindringen und sich dort einlagern. Neben der schützenden Wirkung im Inneren der Holzstruktur, bringen Leinölfarben auch Schutz auf der Holzoberfläche mit. Die in der Farbe enthaltenen Pigmente schützen vor der schädlichen UV-Strahlung der Sonne und dienen als Opferschicht bei widrigen Wetterverhältnissen. Mit einem sorgfältigen Farbaufbau wird das Holz in der Struktur gepflegt und gestärkt und zusätzlich an der Oberfläche geschützt. 

Was sind die Vorteile von Leinölfarbe

  • Leinölfarbe enthält keine Lösungsmittel und ist frei von unnötigen Füllstoffen und Chemie

  • Leinölfarbe ist für die meisten Allergiker gut geeignet, da keine zusätzlichen chemischen Substanzen enthalten sind 
  • Sie ist vielseitig anwendbar und kann auf fast allen, auch schon bemalten Flächen aufgetragen werden

  • Leinölfarbe hat eine besondere Farbintensität und behält diese über viele Jahre, ohne stark zu verbleichen

  • Sie ist diffusionsoffen und lässt damit das Material atmen
  • Leinölfarbe verhindert die unerwünschte Anhäufung vieler Farbschichten, die anschließend abblättern, wie man es häufig bei modernen und industriell hergestellten Farbprodukten beobachten kann. Sie ist nachgiebig und wird durch Wind und Wetter abgerieben, so dass sie nach 8-12 Jahren fast verschwunden ist und erneut aufgetragen werden kann.

  • Sie ist weich und geschmeidig, wodurch sie leicht den Strukturen der Oberflächen folgt
  • Leinölfarbe sind deckend nach drei Anstrichen, Ausnahmen bilden Farben mit lasierenden Pigmenten

Unsere Leinölfarben eignen sich für Anstriche auf Holz im Innen- und im Außenbereich sowie für die Restaurierung von Holzobjekten. Sie sind ein idealer Metallschutz und wurden traditionell sogar auf Putzoberflächen gestrichen.

 Es gibt viele Methoden alte Fenster Instand zu setzen, wir wollen uns mit unserer Methode dazu reihen. Die unten beschriebene Behandlungsmethode wird seit Jahren angewandt und zeichnet sich durch ein gutes und haltbares Resultat aus.

Restaurierung alter Holzfenster mit Leinölfarbe

  1. Beschläge u.ä. sollten am besten abmontiert und mit Sandpapier geschliffen werden oder man lässt sie sandblasen.
  2. Der Kitt, der die Glasscheiben hält, sollte vorsichtig entfernt werden. Anschließend nimmt man die Scheiben vorsichtig heraus und nummeriert sie.
  3. Lose Farbe oder ggf. die gesamte alte Farbschicht sollte sorgfältig bis zum Holz entfernt werden, auch in den Kittfalzen. Dazu eignen sich Farbschaber am besten.
  4. Das Fenster gründlich schleifen, beginnend mit groben Sandpapier evtl. Korn 60 und abschließend mit Korn 120.
  5. Den Schleifstaub und Farbschollen mit einem Abstauber sauber abfegen.
  6. Das Holz mit kaltgepressten Leinöl grundieren und gut sättigen. Die Endstücke und Kittfalzen saugen viel Öl und müssen gründlich geölt werden, bis sie kein Öl mehr aufnehmen. Die Grundierung mit kaltgepresstem Leinöl ist eine wichtige Voraussetzung für ein haltbares Ergebnis. Überschüssiges Öl bitte nach einer Einwirkzeit von mindestens 1h abnehmen. Das Fenster sollte nun bis zum darauffolgenden Tag stehen, gerne länger.

Hier haben wir ein paar wertvolle Tipps, wie man mit Leinölfarbe streicht und exzellente Ergebnisse erreicht.

  • der wichtigste Hinweis überhaupt ist, dass Leinölfarbe hauchdünn aufgetragen und gut ausgestrichen werden muss, nur dann härtet der Anstrich schnell und sauber aus. Leinölfarbe muss förmlich ins Holz einmassiert werden. Wird eine zu dicke Farbschicht aufgetragen, trocknet diese erstens langsamer und zweitens besteht die Gefahr von Kräuselungen/Faltenbildung. Deshalb Leinölfarben unbedingt immer dünn auftragen!
  • Benutzen Sie immer dichte Pinsel mit vielen und robusten Schweineborsten. Kunsthaarpinsel können Leinölfarben nicht ziehen, ein zu dicker Auftrag und die damit verbundenen Probleme sind dann kaum zu vermeiden. Die passenden Pinsel finden Sie in unserem Shop
  • Die Verwendung von kräftigen Reinigungsmitteln (hoher pH-Wert) kann Leinölfarben chemisch verändern und unbrauchbar machen. Flächen, die gestrichen werden sollen, sollten daher zuvor nur angeschliffen und abgestaubt werden. Passendes Werkzeug zur Farbentfernung finden Sie in unserem Shop

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Traditionelle Rostschutzbehandlung mit Leinölfarbe

Leinölfarben haben Tradition als Rostschutzbehandlung, allerdings wurde dort mit Bleimennige gearbeitet. Eisenmennige ist die ungiftige Alternative. Eisenmennige besteht aus Hämatit, Fe2O3, ein natürliches Eisenoxid. Es wird fein zermahlen und geglüht, danach mit Leinöl verrieben und zu einer Farbe angerührt. Das Pigment Eisenmennige/Hämatit ist ungiftig und unsere Farbe mit Eisenmennige und Leinöl angerührt, beinhaltet keine gefährlichen Lösemittel. Hämatit liegt niedriger in der Spannungsreihe als reines Eisen und funktioniert damit als Opferschicht, die damit zuerst zersetzt wird. Es ist wichtig eine deckende und kräftige Schicht von ca. 0,5mm aufzutragen. Da Leinölfarben dünn aufgetragen werden müssen, um Faltenbildung zu verhindern, empfiehlt es sich zwei Schichten von ca. 0,25mm Dicke aufzutragen. Das Pigment muss unbedingt frei von Schwefel/Sulfaten sein, da diese sich in Wasser auswaschen und damit die Farbschicht porös und damit unwirksam machen würde. Man sollte daher darauf achten, natürliche Hämatit nicht mit künstlich hergestellten Eisenoxiden zu verwechseln. Diese beinhalten Gips (Calciumsulfat), Feldspat u.a. und wirken rostfördernd auf Eisen. Unser Eisenmennige ist das reine wasserfreie Eisen(III)oxid. Das Pigment Hämatit ist sehr schwer und wird sich schnell in einer mit Leinöl angerührten Farbe am Boden absetzen. Es ist daher wichtig währende der Arbeit die Farbe regelmäßig aufzurühren.

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Der Fachwerkbau verschönert noch heute das Bild vieler Altstädte und Dorfkerne. Man ist überrascht über die guterhaltene Vielzahl unterschiedlicher Konstruktionsdetails und Schmuckelemente. Dabei sind regionalen Unterschiede deutlich.

In den letzten Jahren sind diese schönen Häuser wieder mehr in den Fokus gerückt. Nun stellt sich die Frage einer sachgerechten Restaurierung, Instandhaltung und Pflege dieser wichtigen zu erhaltenden Bausubstanz.

Bei der Restaurierung von Fachwerkbauten ist die Wahl geeigneter Materialien sehr wichtig. Fachwerkhäuser wurden über hunderte von Jahren gepflegt und Instand gesetzt, doch in den letzten Jahrzehnten haben einige neue Materialien und Methoden mehr Schaden als Nutzen gebracht.

Leinölfarbe auf Putz 

Früher war Ölfarbe als Fassadenfarbe sehr gebräuchlich.

Unter dem Begriff Ölfarbe verbergen sich neben Leinölfarben auch Kompositionsfarben/Temperafarben, welche aus Leinölfarbe bestehen, die mit wässrig gebundenen Leimen kombiniert wurden. Doch auch die klassische Leinölfarbe wurde als Fassadenfarbe verwendet.

Da das Wissen über Ölfarbe als Fassadenfarbe so gut wie verloren gegangen ist, hat das Center for Bygningsbevaring Raadvad in Dänemark (Center zur Bewahrung alter Gebäude in Raadvad) eine Anleitung ausgearbeitet, wie man Leinölfarbe als Fassadenfarbe verwendet. Da in Schweden, England und den Niederlanden diese Technik noch regelmäßig angewendet wird, entstand die Anleitung auf Grundlage der Erfahrungen in diesen Ländern.

Hier haben wir die häufigsten Fragen und unsere Antworten darauf zusammengestellt…

Kann man Leinölfarbe auf Altanstriche, wie Acryl-, Dispersionsfarben oder Alkydfarben auftragen?

Ja und nein. Leinölfarbe kann auf den meisten Altanstrichen haften, wenn diese gut angeschliffen worden sind.

Möchte man die gute Eindringtiefe und beste Haftung der Leinölfarben auf Holzuntergründen erreichen, dann gibt es keinen anderen Weg, als die Altanstriche komplett zu entfernen.

Da die Möglichkeiten zum Entfernen eines Altanstriches oft den Untergrund schädigen, tendieren wir doch immer wieder dazu einen Kompromis einzugehen. Das heißt weder dem Holz mit Heißluft- oder Hitzegeräten wichtige Harze zu entziehen, noch mit Lauge das Holz und später den Anstrich anzugreifen. Wir empfehlen den Untergrund gut vorzubereiten, Altanstriche gründlich zu schleifen, alle losen Farbschichten zu entfernen und damit einen tragenden festen Untergrund herzustellen. Dazu eignen sich Farbschaber von guter Qualität und Schleifpapier in unterschiedlichen Korngrößen.