Dekorationstechniken

Bis in die Antike hinein lässt sich die Faszination für Marmor zurückverfolgen. Die Schönheit und feine Textur des Materials entsprachen den Vorstellungen und Wünschen der Baumeister, ihren Werken Perfektion und Eleganz zu verleihen.

Marmor ist ein durch Metamorphose unter erhöhten Druck- und Temperaturbedingungen gebildetes fein- bis grobkristallines Karbonatgestein, das sich durch Sam- melkristallisation aus sedimentären Kalksteinen oder Dolomitgesteinen gebildet hat. Während der Begriff Marmor in der Gesteinskunde streng auf metamorphe Karbonatsteine beschränkt wird, steht er generell im allgemeinen Sprachgebrauch für Weichgesteine, die sich polieren lassen. Der eigentlich weiße Marmor kann durch Eisen(hydr)oxide rot und gelb, durch Graphit oder Bitumen grau und schwarz, durch Muskovit, Serizit oder Talk silbrig und durch Serpentin und Chlorit grün gefärbt werden. (Diese Bestimmungen stützen sich auf Dubarry De Lassale, 2002).

Bis in die Antike hinein lässt sich die Faszination für Marmor zurückverfolgen. Die Schönheit und feine Textur des Materials entsprachen den Vorstellungen und Wünschen der Baumeister, ihren Werken Perfektion und Eleganz zu verleihen. Marmor ist ein durch Metamorphose unter erhöhten Druck- und Temperaturbedingungen gebildetes fein- bis grobkristallines Karbonatgestein, das sich durch Sammelkristallisation aus sedimentären Kalksteinen oder Dolomitgesteinen gebildet hat. Während der Begriff Marmor in der Gesteinskunde streng auf metamorphe Karbonatsteine beschränkt wird, steht er generell im allgemeinen Sprachgebrauch für Weichgesteine, die sich polieren lassen. Der eigentlich weiße Marmor kann durch Eisen(hydr)oxide rot und gelb, durch Graphit oder Bitumen grau und schwarz, durch Muskovit, Serizit oder Talk silbrig und durch Serpentin und Chlorit grün gefärbt werden. (Diese Bestimmungen stützen sich auf Dubarry De Lassale, 2002).

Dieses edle und teure Material hat bis heute nichts an seiner Anziehungskraft eingebüßt, und daher ist es verständlich, dass man seit jeher versuchte, nicht allein aus Kostengründen Marmor zu imitieren.Etwas zu be- malen oder zu malen, hat oft das Ziel, Dinge wertvoller aussehen zu lassen, als sie sind. Betrachtet man in den pompejanischen Häusern die marmorierten Friese und Wände, so repräsentieren diese eine Imitation kostbarer Materialien. Es findensich aber auch marmorierte Flä- chen, bei denen man die Imitation als dekoratives Mus- ter und Element dem echten Marmor vorzog. Das sind dann häufig kräftige Naturimitationen und künstlerisch inspirierte Marmormalereien, die in ihrer Übertreibung einen festlichen,edlen Marmoreindruck vermitteln.

 

Italienischer Carrara-Marmor

Werkzeuge: Modler (Größe 1 und 3), Dachsvertreiber, Künstlerpinsel in verschiedenen Größen 
Grundfarbe: weiße magere Ölfarbe
 Streichfarbe: dünne, halbfette Ölfarbe aus Zinkweiß mit etwas Sikkativ

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Marmorimitation in Leimfarbe

Marmorierungen wurden in der Regel in Öl oder in Leimfarbe ausgeführt. Marmorimitation in Leimfarbe erfordert viel Übung und Sicherheit in dieser Technik, da das Resultat erst vollständig zu sehen ist, wenn die Farben getrocknet sind. Alle Farben müssen dafür separat angerührt werden, der hinzugefügte Leim muss eventuell verdünnt und durch Trockenversuche in Abriebsstärke und Farbintensität geprüft werden. Leimfarbendekorationen können nicht repariert oder das Resultat ausgeschmückt werden. Es ist nicht möglich, Schatten oder lasierende Wirkungsmittel nachträglich anzuwenden, wie das in Öl möglich ist.

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Barock − das Handwerk als Kunstwerk

Marmorimitationen werden im Barock mehr und mehr üblich und gewinnen sehr an Popularität. Typisch für barocke Marmorierungen sind die kräftigen Äderun- gen und die Ausführung in deckenden Farben, oft satte gelbe, ultramarinblaue, tief grüne und rote Farben sowie recht dunkle graue Töne.

Sie wurden auf Deckenflächen, Balken, Rahmenwerk, Türen, Fußleisten und Fenstern angewendet (s.Abb. 1). Marmorimitationen wurden im Barock oft als dekorative Effekte eingesetzt − mit farblichen Kontrasten, ohne eine bestimmte Steinsorte zu imitieren. Es galt, einen impo- santen Eindruck zu erwecken. Bewusst setzte man helle und dunkle Partien zusammen mit kräftigen Äderungen ein, künstlerisch betont, um eine Marmorwirkung zu erzielen.Diese Marmorimitationen wurden in wässrigen Techniken (leimgebundener, Kalk- oder Kaseinfarben) sowie in Ölfarbentechnik ausgeführt.

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